Was ist der Zweck dieser Stiftung?
Nachstehend ein Auszug aus der Stiftungsurkunde, welche von der Kantonalen Aufsichtsbehörde genehmigt wurde: Die Stiftung bezweckt, im Interesse der Betagten kleine stationäre Institutionen für Betagte in der ganzen Schweiz zu fördern. Die Stiftung erfüllt ihren Zweck, indem sie durch geeignete Aktionen die Möglichkeit der Altersbetreuung in kleinen Institutionen (bis 20 Bewohner) bekanntmacht. Sie kann Beiträge ausrichten an Altersinstitutionen, die der Ergänzung, Belebung oder Verschönerung des Hauses oder der Umgebung dienen, ohne einen kalku lierbaren Nutzen zu bringen. Bei der Gründung neuer kleiner Altersinstitutionen kann die Stiftung im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten Starthilfe leisten in Form von zinsgünstigen Darlehen oder in Form von Bereitstellung kompetenter Beratung. Die Stiftung kann Kosten für Rechtsberatung übernehmen, die dazu dient, eine Benachteiligung kleiner Altersinstitutionen zu verhindern. Der Stiftungsrat kann durch Richtlinien die Mittel, die zur Erfüllung des Stiftungszwecks dienen, präzisieren. Die "KAI-Stiftung" bleibt dauernd ihrer öffentlichen, gemeinnützigen Zwecksetzung verpflichtet und verfolgt keine eigenwirtschaftlichen Interessen.

Warum sollen kleine Altersinstitutionen gefördert werden?
Wenn unserer Gesellschaft das Wohl der betagten Menschen am Herzen liegt, dann braucht es ein vielfältiges Angebot in der Alterspflege und Betreuung. Neben Spitex und grösseren, öffentlichen und privaten Alters- und Pflegeheimen gibt es nur wenige kleine Altersinstitutionen. Dem will die KAI-Stiftung entgegenwirken, weil kleine, familiär geführte Heime der Individualität der einzelnen Bewohner besser gerecht werden können als grössere Heime. Fachleute in Altersfragen haben dies erkannt. Trotzdem werden kleine Heime aus wirtschaftlichen Gründen von der offiziellen Politik nicht gefördert. Das Wohlbefinden der Betagten wird damit aus Kostengründen in Frage gestellt.

Was will die Stiftung erreichen ?
Die Vorteile kleiner Altersinstitutionen sollen insbesondere der älteren Bevölkerung aufgezeigt und propagiert werden. Daraus wird eine entsprechende Nachfrage resultieren. Auf diese Weise können vermehrt kleinere Altersinstitutionen entstehen, als Alternative zum bisherigen Angebot in der Alterspflege und Betreuung. Wenn dies gelingt, dann hat die KAI-Stiftung einen wesentlichen Beitrag zum Wohl der betagten Menschen in unserem Land geleistet. Kein Zweifel - ein steiniger, langwieriger Weg steht bevor. Die KAI-Stiftung will diesen Weg aus sachlicher Überzeugung gehen.

Weshalb ist Propaganda für diese Sache nötig ?
Im allgemeinen fürchten sich die betagten Menschen vor einem Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim. Nicht zuletzt spielt dabei das Gefühl des Freiheitsverlustes eine Rolle, sowie die Angst, als "anonyme Nummer" in einen Betrieb integriert zu werden. Deshalb bleibt der Rentner lieber zu Hause. Je schlechter sein Gesundheitszustand wird, umso stärker klammert er sich an sein Zuhause und lebt nicht selten unter menschenunwürdigen Bedingungen. Wenn es nicht mehr alleine geht, dann können Spitex-Hilfen in Anspruch genommen werden. Wie lange dies möglich ist, bleibt eine offene Frage. Die Alternative zum Wohl der älteren Menschen sind kleine Altersinstitutionen. Im allgemeinen sind die Betagten über derartige Möglichkeiten schlecht informiert. Sie wollen nicht mehr etwas Neues anfangen, neigen zur Resignation und bauen sich zu Hause ihre "Festung" auf, solange dies möglich ist. Jüngere, gesunde Rentner brauchen noch keine Altersinstitution, weshalb sie sich nur am Rande mit dieser Frage auseinandersetzen. Meistens tun sie es erst dann, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Dann entscheiden sie irrational, weil ihnen ihr Zustand eine rationale Entscheidung versagt. Aus diesem Grund müssen das gesunde Volk, die gesunden, klar denken den Rentner in dieser Frage sensibilisiert werden. Deshalb will die KAI-Stiftung für kleine Altersinstitutionen Propaganda machen. Leider gibt es vorläufig in unserem Land kaum jemand, der dies tut, weil der Stiftungsgedanke der öffentlichen Meinung widerspricht.

Weshalb finden alternative Ansätze in unserem Land kaum Verbreitung ?
Wohnmöglichkeiten, Pflege und Betreuung für Betagte haben ihre Wurzeln in unserer Geschichte. In Zeiten von Armut und wirtschaftlicher Schwäche in unserem Land gab es Armenhäuser und Bürgerheime, welche mehrheitlich von alten Leuten bewohnt wurden. Meistens waren diese Menschen nicht mehr arbeitsfähig und hatten keine Angehörigen, die für sie sorgten. Daraus entstand ein heute gültiger, verfassungs mässiger Auftrag an die Gemeinden, für ihre Bewohner eine genügende Anzahl Alters- und Pflegeheimplätze bereitzustellen. Die Gemeinden erfüllen damit ihren Auftrag - mehr nicht. Alternative Lösungen stehen kaum zur Diskussion. In einem freiheitlich demokratischen Land lässt der Staat auch private Institutionen zu, welche damit die öffentliche Hand entlasten. Gewinnorientierte Unternehmen haben schlechte Chancen, weil der Staat sie zwar duldet, aber gleichzeitig mit Steuergeldern konkurrenziert. Gewinnorientiertes Denken im Sozialwesen ist verpönt. Deshalb haben private Altersinstitutionen nur dann gleichlange Spiesse wie die öffentlichen, wenn sie auf gemein-nütziger oder kirchlicher Basis mit Legaten und Spendengeldern operieren können. Damit blockiert der Staat die private Initiative und Kreativität im Bereich der Alterspflege und Betreuung. Der Leiter des Liberalen Instituts Zürich, Robert Nef, formuliert es in seinem Artikel im Aargauer Tagblatt unter dem Titel "Wo es Arbeit gibt" wie folgt, Zitat: "Warum gibt es beispielsweise kein wachsendes und differenziertes Angebot an pflegerischen, betreuenden und beratenden Dienstleistungen für alte Men-schen, obwohl dort nachgewiesenermassen die Bedürfnisse und (in einer grossen Zahl der Fälle) auch die finanziellen Mittel vorhanden wären? Die Gemeinwesen und "gut gemeinte" gemeinnützige Organisationen haben hier mit ihren Dumpingangeboten nicht nur das Wachstum ganzer Branchen gebremst, sondern auch das Angebot auf dem bescheidenen Niveau des Not wendigsten blockiert. Es gibt zwar hier Nachfrage und Angebot beim "grossen Luxus" einer teuren Privatbetreuung, und es gibt die Minimalversorgung nach dem sozialen Billigtarif, aber es gibt noch kaum ein differenziertes, freies Angebot im grossen Mittelfeld." In dieser Konkurrenzsituation mit dem Staat haben es gewinnorientierte Heime sehr schwer. Dies besonders dann, wenn die Nachfrage nach Heimplätzen nachlässt. Private Heime, die ihrem Grundsatz treu bleiben, erhalten keine Subventionen von der öffentlichen Hand und dürfen auch keine Spenden entgegennehmen, weil sie sonst einen "teilgemeinnützigen" Charakter erhalten würden. In diesem Umfeld des Existenzkampfes fehlen privaten Altersinstitutionen die Mittel, kreative Alternativlösungen zu verbreiten und zu propagieren - zum Beispiel kleine Altersinstitutionen zu fördern. Losgelöst von bestehenden Altersinstitutionen kann die KAI-Stiftung diese Aufgabe erfüllen. Sie ist als gemeinnützige Stiftung im Handelsregister eingetragen und darf, im Gegensatz zu privaten Heimen, Zuwendungen entgegennehmen. Damit können die in der Stiftungsurkunde festgelegten Zwecke erfüllt werden. Selbstverständlich versucht jede bestehende kleine Altersinstitution in unserem Land ebenfalls, ihre Idee zu propagieren und damit ihre Existenz zu sichern. Im allgemeinen wird dies aber oft negativ beurteilt und mit Gewinnstreben gleichgesetzt. Die KAI-Stiftung, als eigen-ständige Organisation, kann den Fördergedanken zu Gunsten aller kleiner Altersinstitutionen pflegen, ohne daraus einen wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen.

Woher kommt das Stiftungsvermögen?
Ein substantielles Stiftungsvermögen wird der KAI-Stiftung auf Grund eines Vermächtnisses zugeführt. Da jedoch die Stiftung zu Lebzeiten der Initianten gegründet wurde, steht ihr ein eher kleines Anfangsvermögen von Fr. 10'000.- zur Verfügung. Damit lässt sich der vorgesehene Stiftungszweck nur in einem bescheidenen Ausmass erfüllen. Dies ist der Grund, weshalb die Gelder in dieser Anfangsphase vor allem für Propagandazwecke verwendet werden sollen. Je höher die finanziellen Mittel sind, umso wirksamer kann die Stiftung ihre Meinung vertreten und der Förderung kleiner Altersinstitutionen zum Durchbruch verhelfen. Deshalb ist die Stiftung auch für Zuwendungen anderer Spender offen. Die KAI-Stiftung führt keine Spendeaktionen durch, wie es grosse Stiftungen (auch für das Alter) tun. Sie will aber ein Gegengewicht schaffen zu öffentlichen und gemeinnützigen Institutionen, welche in erster Linie mit Steuergeldern, nicht zuletzt aber mit verschiedenen Zuwendungen, die Existenz privater Institutionen gefährden. Spenden an grosse etablierte Altersstiftungen und Einrichtungen zementieren die bestehende, einseitige Alterspolitik in unserem Land. Spenden an die KAI-Stiftung verhelfen neuen Ansätzen zum Durchbruch. Daher wendet sich die KAI Stiftung in erster Linie an Interessenten, die sich mit den Grundgedanken identifizieren können. Nicht zuletzt sind natürlich auch jene Kreise angesprochen, von denen eine angehörige Person die vorteilhafte Betreuung in einer kleinen Altersinstitution erfahren konnte. Der ehrenamtliche, dreiköpfige Stiftungsrat beschliesst über die zweckgebundene Verwendung der Gelder. Die Kantonale Aufsichtsbehörde überprüft die Aktivitäten der Stiftung und garantiert damit, dass die verfügbaren Mittel so eingesetzt werden, wie es gemäss Stiftungsurkunde vorgesehen ist.

Quellennachweis:
Zitat aus dem Artikel "Wo es Arbeit gibt", erschienen in "Aargauer Zeitung am Wochenende" und in der Fachzeitschrift Heim 1/98.
Mit freundlicher Genehmigung des Autors.